KI-Avatare & Spatial Computing · VR und Mixed Reality

KI-Avatare in VR und Mixed Reality: Was Unternehmen heute damit tun können

KI-Avatare sind digitale Figuren, die mit Sprachmodellen per Stimme oder Text antworten. Auf Messen und Webseiten sind sie bereits im Einsatz. In Virtual Reality und Mixed Reality können sie Schulungen begleiten, Abläufe erklären und Besucher durch virtuelle Räume führen.

Julia Rose 5 Minuten Lesezeit
Illustration: Ein Mensch im Gespräch mit einem humanoiden KI-Avatar in einem leuchtenden virtuellen Raum

Das Wichtigste in Kürze

  • VR taucht ganz in eine digitale Umgebung ein, Mixed Reality legt digitale Inhalte über die reale Welt, das Metaversum meint dauerhafte, vernetzte virtuelle Räume.
  • Den klarsten Nutzen haben KI-Avatare heute in Schulung und Einarbeitung, bei Erklärungen am realen Gerät und als Ansprechpartner in virtuellen Räumen.
  • Unser Kongressassistent lief 2024 am Kiosk und auf der Meta Quest 3, mit denselben Inhalten.
  • Entscheidend sind gute Inhalte aus den eigenen Daten, eine passende Hardware und die Anbindung an bestehende Systeme.

VR, Mixed Reality und Metaversum im Vergleich

KI-Avatare basieren meist auf großen Sprachmodellen. Sie verstehen gesprochene oder geschriebene Fragen und antworten natürlich, oft mit einem animierten Gesicht und einer Stimme. Neben Bildschirmen und Webseiten können sie in drei virtuellen Umgebungen eingesetzt werden:

UmgebungWas sie istRolle des Avatars
Virtual Reality (VR)Vollständig digitale Umgebung über eine VR-BrilleGesprächspartner, Trainer oder Guide in einer simulierten Situation
Mixed Reality (MR)Digitale Inhalte erscheinen über der realen UmgebungHilfe direkt am realen Gerät oder Arbeitsplatz
MetaversumDauerhafte, vernetzte virtuelle Räume für viele NutzerAnsprechpartner in virtuellen Showrooms, Messen oder Besprechungsräumen

Die Geräte reichen von VR-Brillen wie der Meta Quest 3 bis zu Mixed-Reality-Brillen, die digitale Inhalte ins Sichtfeld einblenden. Welche Umgebung passt, hängt von der Aufgabe ab.

Wo KI-Avatare in virtuellen Umgebungen helfen

Schulung und Einarbeitung

In VR simulieren Avatare Situationen, denen Mitarbeitende im Alltag begegnen: ein schwieriges Kundengespräch, die Bedienung einer Maschine, ein Ablauf im Labor. Der Avatar führt durch die Übung, gibt sofort Rückmeldung und passt den Schwierigkeitsgrad an. Weil das ohne physische Ausrüstung und Reisen geht, lassen sich viele Mitarbeitende an verschiedenen Standorten schulen.

Hilfe am realen Arbeitsplatz

In Mixed Reality erscheint der Avatar neben der echten Maschine. Stößt jemand auf ein Problem, erklärt er den nächsten Schritt oder blendet Anleitungen ins Sichtfeld ein. So lässt sich Gelerntes direkt anwenden, mit weniger Risiko für Fehler, die zu Verletzungen oder Ausfällen führen.

Illustration: Ein Techniker mit Mixed-Reality-Brille arbeitet an einer Turbine, daneben erklärt ein holografischer Avatar den Arbeitsschritt

Medizin und Gesundheitswesen

In medizinischen Schulungen können Avatare Patientengespräche oder Abläufe simulieren und Schritt für Schritt anleiten. Das erlaubt wiederholtes Üben ohne Risiko für Patienten. Wie Extended Reality in der Medizin schon heute genutzt wird, zeigt die Plattform VSI HoloMedicine von apoQlar für die 3D-OP-Planung, für die wir KI-Modelle zur Segmentierung entwickelt haben.

Service und virtuelle Räume

In virtuellen Showrooms und Messeräumen begrüßen Avatare Besucher, erklären Produkte, beantworten Fragen und führen Vorführungen interaktiv durch.

Aus unseren Projekten

Kongressassistent am Kiosk und in VR

Auf dem Deutschen Chirurgenkongress 2024 in Leipzig beantwortete unser KI-Avatar vier Tage lang Besucherfragen. Derselbe Assistent lief am Kiosk und als VR-Erlebnis auf der Meta Quest 3, mit denselben Inhalten.

Zum Artikel KI-Avatare für Messen

3D-Bewegungsanalyse mit VR-Elementen

Für die Rehabilitation zu Hause haben wir Kameras, Pose Estimation und VR-Gamification kombiniert. Das System überwacht Übungen in Echtzeit und korrigiert sie automatisch, spielerische Einheiten halten Patienten bei der Stange.

Zur Referenz 3D-Bewegungsanalyse

Was für den Einsatz nötig ist

  • Inhalte aus den eigenen Daten: Ein Avatar ist nur so gut wie das Wissen, auf das er zugreift, etwa Produktdaten, Schulungsunterlagen oder Richtlinien.
  • Passende Hardware: VR-Brillen für Simulationen, Mixed-Reality-Brillen für Arbeit am realen Gerät, Bildschirme für Orte mit viel Publikumsverkehr.
  • Anbindung an Systeme: Schulungsplattformen, CRM oder Wissensdatenbanken, damit Antworten aktuell bleiben.
  • Datenschutz: Gespräche und Sprachdaten brauchen klare Regeln für Speicherung und Auswertung.

Wie wir KI-Avatare für Bildschirm, Web und VR entwickeln, zeigt unsere Seite zu KI-Avataren. Weitere Einsatzfelder außerhalb virtueller Welten beschreibt der Artikel KI-Avatare: Businessanwendungen.

Ein KI-Avatar für Schulung oder Service?

Wir klären mit Ihnen, wo Ihr Avatar sprechen soll, welche Inhalte er braucht und ob Bildschirm, Web oder VR der richtige Ort ist.

Prozessanalyse anfragen

Häufige Fragen

Eine digitale Figur, die mit einem Sprachmodell per Stimme oder Text antwortet, oft mit animiertem Gesicht. Sie kann auf Bildschirmen, im Web oder in VR und Mixed Reality eingesetzt werden.

VR erzeugt eine vollständig digitale Umgebung. Mixed Reality blendet digitale Inhalte in die reale Umgebung ein, sodass man etwa an einer echten Maschine arbeiten und gleichzeitig Anleitungen sehen kann.

Vor allem für Schulungen und Simulationen, die in der Realität teuer, riskant oder schwer zu organisieren sind, sowie für Service in virtuellen Räumen.

Nein. Derselbe Avatar kann auf einem Bildschirm, im Web und in VR laufen. Unser Kongressassistent war 2024 am Kiosk und auf der Meta Quest 3 im Einsatz.

Julia Rose

Über die Autorin

Julia Rose

Marketing Lead, theBlue.ai

Julia ist seit 2019 Teil von theBlue.ai und begleitet die Entwicklung von KI-Anwendungen im Unternehmensumfeld seit den frühen Tagen des Unternehmens. In ihrer Rolle als Marketing Lead arbeitet sie eng mit den Engineering- und Consulting-Teams zusammen und macht komplexe technische Themen für Entscheider verständlich und zugänglich.

In ihren Artikeln schreibt sie über praktische Erfahrungen aus Enterprise-KI-Projekten sowie über die Herausforderungen und Chancen beim Einsatz von KI in Unternehmen.