Case Studies / RapidLab
IoT · COMPUTER VISION & EDGE AI
Manuelle Personenzählungen ersetzen durch KI-gestützte Personenzählung auf Edge-Geräten
Betreiber von Gebäuden und öffentlichen Verkehrsmitteln mussten die Belegung in Echtzeit erfassen – für die Einhaltung von Sicherheitsvorschriften, das Kapazitätsmanagement und die Betriebsplanung. Manuelles Zählen war an mehreren Eingängen nicht praktikabel, und physische Zählschranken waren zu teuer oder baulich nicht umsetzbar. Gemeinsam mit RapidLab haben wir kompakte, KI-gestützte Geräte entwickelt, die Personen automatisch mithilfe von Sensordaten und Computer Vision zählen – die gesamte Verarbeitung erfolgt direkt auf dem Gerät, ganz ohne Cloud-Anbindung.
Kunde: RapidLab – Spezialist für intelligente Elektronik und IoT-Prototyping, mit Fokus auf Gebäudebetreiber und Anbieter im öffentlichen Personenverkehr.
PROJEKTÜBERSICHT
Edge AI
Gesamte Verarbeitung direkt auf dem Gerät – keine Cloud, kein Internet erforderlich
2 Modi
Machine Learning mit Time-of-Flight-Sensoren und Deep Learning mit Computer Vision
Echtzeit
Live-Erfassung der Belegung an allen Ein- und Ausgängen
Kompakt
Gerät im kompakten Format für Gebäude und Fahrzeuge
BRANCHE
IoT / Gebäude- und Verkehrsbetrieb
USE CASE
Automatisierte Personenzählung
KI-ANSATZ
Zeitreihen-ML + Computer Vision
HARDWARE
Time-of-Flight-Sensoren + Videokameras
BEREITSTELLUNG
Edge Computing (auf dem Gerät)
EINSATZUMGEBUNGEN
Gebäude, Busse, Züge

Die Herausforderung
Zu wissen, wie viele Personen sich gerade in einem Gebäude oder Fahrzeug befinden, klingt einfach – ist in der Praxis aber ein schwieriges Problem. Gebäude haben mehrere Ein- und Ausgänge. Busse und Bahnen öffnen an jeder Haltestelle gleichzeitig mehrere Türen. Manuelles Zählen ist in nennenswertem Umfang nicht praktikabel, und physische Zählschranken – Drehkreuze, Schrankenanlagen – sind teuer in der Installation und in bestehenden Gebäuden oft baulich nicht umsetzbar.
Besonders deutlich wurde der Bedarf während der Pandemie, als Belegungsgrenzen und Abstandsregeln in Echtzeit durchgesetzt werden mussten. Doch das eigentliche Problem bleibt dauerhaft bestehen: Gebäudebetreiber, Verkehrsbehörden und Facility Manager benötigen präzise Belegungsdaten für die Einhaltung von Sicherheitsvorschriften, die Kapazitätsplanung und einen effizienten Betrieb – und manuelle Prozesse können das nicht leisten.
Das Kernproblem: Die Belegungserfassung in Echtzeit war entweder manuell (in der Skalierung unbrauchbar), schrankenbasiert (teuer und baulich eingeschränkt) oder schlicht nicht vorhanden. Betreiber trafen Entscheidungen zu Kapazität und Sicherheit ohne verlässliche Daten.
Was wir entwickelt haben
Gemeinsam mit den IoT-Hardware-Ingenieuren von RapidLab haben wir die KI-Schicht für ein kompaktes Gerät entwickelt, das Personen beim Betreten und Verlassen eines Bereichs automatisch zählt – montiert an Türen in Gebäuden oder an Fahrzeugzugängen in Bussen und Bahnen.
Zwei sich ergänzende KI-Ansätze. Wir haben zwei Varianten des Zählsystems entwickelt, um unterschiedliche Einsatzszenarien abzudecken. Die erste nutzt Daten von Time-of-Flight-Sensoren in Kombination mit Machine Learning auf Zeitreihenmustern – ressourcenschonend und für einfachere Umgebungen ideal. Die zweite setzt auf Videokameras mit Deep-Learning-basierter Computer Vision – robuster in komplexen Szenarien mit hohem Aufkommen, wenn mehrere Personen gleichzeitig vorbeigehen oder die Lichtverhältnisse variieren.
Edge AI – ganz ohne Cloud. Die gesamte KI-Inferenz läuft direkt auf dem Gerät. Es werden weder Video- noch Sensordaten in die Cloud übertragen. Diese Architektur war eine bewusste Entscheidung, getrieben von drei Anforderungen: Echtzeit-Reaktion (keine Netzwerklatenz), Standortunabhängigkeit (funktioniert auch ohne Internetverbindung) und Datenschutz (keine personenbezogenen Videoaufnahmen verlassen das Gerät).
Schnelles Prototyping mit neuronalen Netzwerkarchitekturen. Das Projekt umfasste die Definition von Protokollen zur Datenerfassung, die Analyse von Sensordatenmustern und die schnelle Iteration durch verschiedene neuronale Netzwerkarchitekturen und ML-Ansätze, um die richtige Balance zwischen Genauigkeit und den Rechenanforderungen der Edge-Hardware zu finden.
Kompaktes, skalierbares Format. Das Endprodukt ist ein kleines Gerät, das an nahezu jeder Tür montiert werden kann – ohne Bauarbeiten, ohne Drehkreuze, ohne bauliche Veränderungen. Dadurch wird ein flächendeckender Einsatz an Hunderten von Standorten oder in ganzen Fahrzeugflotten wirtschaftlich tragfähig.
Die Ergebnisse
VORHER
Manuelle Personenzählungen, teure physische Schranken oder gar keine Belegungsdaten. Keine Echtzeit-Übersicht darüber, wie viele Personen sich gerade in einem Raum befinden.
NACHHER
Automatisierte Personenzählung in Echtzeit auf kompakten Edge-Geräten. Keine Cloud-Abhängigkeit. Keine baulichen Änderungen. Einsetzbar in Gebäuden und Flotten des öffentlichen Verkehrs.
Die Lösung liefert Gebäudebetreibern und Verkehrsanbietern präzise Belegungsdaten in Echtzeit – ohne den Aufwand und die Einschränkungen einer physischen Zählinfrastruktur. Die Zählung erfolgt kontinuierlich und automatisch – ohne Personaleinsatz, ohne Internetverbindung und ohne Datenschutzbedenken, weil keine Videodaten das Gerät verlassen.
Über den unmittelbaren Anwendungsfall in den Bereichen Sicherheit und Compliance hinaus fließen die Belegungsdaten in die Betriebsplanung ein – um Spitzenzeiten zu erkennen, den Personaleinsatz zu optimieren und Kapazitätsentscheidungen auf Basis tatsächlicher Daten statt auf Schätzungen zu treffen.
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