Case Studies / Aufzughersteller
FERTIGUNG & IOT · PREDICTIVE MAINTENANCE
Manuelle Aufzugsinspektionen abgelöst durch KI-gestützte Sensoranalytik
Ein Aufzughersteller wollte den Echtzeit-Status und die Position seiner Aufzüge im Einsatz verstehen – Informationen, die zuvor nur durch manuelle Inspektionen oder Serviceeinsätze verfügbar waren. Gemeinsam mit einem IoT-Partner entwickelten wir ML-Modelle, die Standort- und Zustandsinformationen aus minimalen Sensordaten extrahieren und so die Grundlage für Predictive Maintenance legen – auch in Umgebungen mit unzuverlässiger Konnektivität.
Kunde: Aufzughersteller (unter NDA) – realisiert in Partnerschaft mit einem IoT-Hardwareunternehmen.
ZENTRALE ERGEBNISSE
Minimal
Konzipiert für eine minimale Sensoranzahl – skalierbar über die gesamte Flotte
Offline
Funktioniert in Umgebungen mit eingeschränkter Konnektivität (Faraday-Käfig)
ML
Clustering + individuelle Logik zur Zustands- und Positionserkennung
PdM
Grundlage für Predictive Maintenance im großen Maßstab
BRANCHE
Fertigung
USE CASE
Erkennung von Aufzugsstandort & Betriebszustand
KI-ANSATZ
Clustering + individuelle Logik
DATEN
IoT-Sensordaten (minimaler Sensorsatz)
RAHMENBEDINGUNGEN
Begrenzte Konnektivität / offline-fähig
ZIEL
Grundlage für Predictive Maintenance

Die Herausforderung
Die Aufzugswartung erfolgte traditionell nach festen Zeitplänen – Techniker inspizieren Anlagen in regelmäßigen Abständen, unabhängig vom tatsächlichen Zustand. Der Hersteller wollte zu Predictive Maintenance übergehen: Echtzeit-Daten nutzen, um zu verstehen, was jeder Aufzug tut, Anomalien frühzeitig erkennen und den Service nur bei Bedarf einsetzen. Das bedeutete weniger unnötige Serviceeinsätze, weniger Ausfallzeiten und niedrigere Betriebskosten bei großen Gebäudeportfolios.
Der erste Schritt war ein technisch anspruchsvolles Problem: die zuverlässige Bestimmung von Position und Betriebszustand eines Aufzugs anhand von Sensordaten. Die Rahmenbedingungen waren erheblich: Aufzugsschächte erzeugen einen Faraday-Käfig-Effekt, der die drahtlose Konnektivität stört. Cloud-Verbindungen brechen unvorhersehbar ab oder verzögern sich. Die Lösung musste mit minimalen Sensoren auskommen, um wirtschaftlich auf Tausende von Anlagen skalierbar zu bleiben. Und es gab keine beschrifteten Trainingsdaten – das System musste Muster aus rohen Sensormesswerten selbst erlernen.
Das Kernproblem: Der Hersteller hatte keine automatisierte Möglichkeit zu wissen, was seine Aufzüge im Einsatz taten. Manuelle Inspektionen waren die einzige Informationsquelle – aufwändig, selten und reaktiv. Das physische Umfeld machte selbst eine grundlegende Konnektivität zur Herausforderung.
Was wir entwickelt haben
In Zusammenarbeit mit einem IoT-Partner, der für Hardware und Geräteentwicklung zuständig war, konzentrierten wir uns auf die Daten- und Intelligence-Schicht – die Umwandlung roher Sensorsignale in aussagekräftige Betriebsinformationen.
Datenerhebungsprotokoll und Vorverarbeitung. Wir haben den Ansatz zur Datenerhebung von Grund auf neu konzipiert – und festgelegt, was erfasst werden soll, wie es strukturiert und wie verrauschte Sensordaten in verwertbare Datensätze vorverarbeitet werden. Dazu gehörte auch die Handhabung von Lücken und Verzögerungen durch die unbeständige Konnektivität in Aufzugsumgebungen.
ML-basierte Positions- und Zustandserkennung. Mithilfe erweiterter Clustering-Algorithmen, ergänzt durch individuelle Domänenlogik, entwickelten wir Modelle, die die aktuelle Stockwerksposition und den Betriebszustand des Aufzugs aus minimalen Sensoreingaben bestimmen – Fahrt aufwärts, Fahrt abwärts, Stillstand, Tür geöffnet, Tür geschlossen. Die Algorithmen wurden so konzipiert, dass sie ohne Ground-Truth-Labels funktionieren und Muster direkt aus den Daten erlernen.
Offline-fähige Architektur. Die Lösungsarchitektur wurde so gestaltet, dass sie auch ohne Cloud-Konnektivität funktioniert – Daten werden lokal verarbeitet und gespeichert und bei Wiederherstellung der Verbindung synchronisiert. Dies war entscheidend für den realen Einsatz, da Aufzugsschächte drahtlose Signale regelmäßig blockieren.
Minimales Sensordesign für Skalierbarkeit. Der gesamte Ansatz wurde auf eine möglichst geringe Sensoranzahl pro Aufzug optimiert. Die nachträgliche Instrumentierung jeder Anlage in einer großen Flotte ist nicht wirtschaftlich. Wir haben bewiesen, dass aus einem bewusst begrenzten Sensorsatz sinnvolle Betriebsinformationen gewonnen werden können – was einen flottenweit skalierbaren Einsatz ermöglicht.
Die Ergebnisse
VORHER
Keine automatisierte Transparenz über den Aufzugsstatus. Wartung erfolgte nach Zeitplan. Serviceeinsätze waren reaktiv. Keine Dateninfrastruktur vorhanden.
NACHHER
Automatisierte Positions- und Zustandserkennung aus Sensordaten. Offline-fähige Architektur. Minimaler Sensor-Footprint für flottenskalierbare Nutzung konzipiert. Grundlage für Predictive Maintenance.
Das Projekt lieferte die Infrastruktur für Datenerhebung, -verarbeitung und maschinelles Lernen, um das Verhalten von Aufzügen im Einsatz zu verstehen – die grundlegende Schicht für Predictive Maintenance. Der Hersteller gewann automatisierte Transparenz über den Aufzugsbetrieb, die zuvor nur durch manuelle Inspektion möglich war.
Der technische Ansatz – die Extraktion aussagekräftiger Informationen aus minimalen Sensoren in konnektivitätsbeschränkten Umgebungen ohne beschriftete Trainingsdaten – demonstrierte die Fähigkeit von theBlue.ai, unter realen industriellen Bedingungen zu arbeiten, nicht nur in kontrollierten Laborbedingungen.
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